Skylarks 2 besiegen Wizards und beenden die Saison mit einem Erfolgserlebnis
TEMPELHOFER FELD – Jeff Bridges sagte einmal: „Meine Frau hält die Drachenschnüre, die mich ‚Wiiiiii‘ rufen lassen, und dann holt sie mich wieder ein.“
Dieses Zitat passt aus ein paar kuriosen Gründen zu dem heutigen 16:6-Sieg der Skylarks über die gastierenden Wizards auf dem Tempelhofer Feld. Erstens war auf dem Feld gerade das Festival der Riesendrachen im vollen Gange. Und zweitens machten die Skylarks tatsächlich „Wiiiiii“ – allen voran Outfielder Levin Tochatschek, der nach dem Spiel auf dem Gehweg des Feldes entlangsauste, geschoben in einem Einkaufswagen von keinem Geringeren als Infielder Jaiden Vohmann.
Die Skylarks nutzten den Schwung einer mitreißenden Saison, um die Zauberer aus Zehlendorf zu besiegen. Bei der Partie handelte es sich um die Fortsetzung eines Spiels, das früher in der Saison wegen Regens verschoben worden war. Zwei Pitcher, deren Namen beide mit K beginnen – Kei Takahashi und Kyota Teach –, sorgten für die Magie; zusammen mit der Defensivleistung von Catcher Lars Graetsch und dem entscheidenden Hit von Vohmann waren sie für die Wizards eine Nummer zu groß.
Bericht
Das Spiel begann nach der mehrmonatigen Pause mit einer 11:0-Führung für die Skylarks, doch die Wizards erzielten bei ihren ersten Einsätzen am Schlag einige Runs und machten die Partie noch einmal spannend. Die Situation hätte außer Kontrolle geraten können, doch Manager Henri „The Big Granowski“ (wie „The Big Lebowski“ – es reimt sich) hatte einen Trick auf Lager: Er hatte die brillante Idee, First Baseman Alex Zhitnik als Lead-off-Schlagmann einzusetzen; da der vorherig Schlagdurchgang jedoch bei Batter 7 geendet hatte, waren zunächst die Starspieler Takahashi und Vohmann an der Reihe.
Wie schon so oft in dieser Saison erreichten beide die Base, und als Zhitnik einen Flyball ins Left Field schlug, konnte Takahashi problemlos von der Third Base punkten. Ein Inning später, bei voll besetzten Bases, schlug Zhitnik den Ball durch die Mitte; der Shortstop machte einen Fehler bei der Abwehr, und sowohl Takahashi als auch Vohmann erzielten Runs. Nicht mehr seit den Tagen von Old Hoss Radbourn und Pretzels Getzien war ein Lead-off-Hitter an dritter Position so erfolgreich. Granowski ist tatsächlich ein böser Mann.
Im Spiel gab es zudem wie eigentlich jedes Jahr einen erbitterten teaminternen Wettstreit darum, wer die Liga in der Kategorie „Hit by Pitch“ (vom Pitcher getroffener Schlagmann) anführen würde. Die Outfielder Rodney Jones und Edouard Augustins kämpften um die Spitzenposition, dicht gefolgt von Infielder Jannis Bloch von der Building Blochs Consulting Group. Am Ende wurden die Gebete aller drei erhört, und sie wurden tatsächlich von Pitches getroffen. (Während der Feierlichkeiten nach dem Spiel bewarf Barbecue-Großmeister und durch Liebesromane reich gewordene Sebastian Rosemont den Spieler Bloch mit mehreren brennenden Hotdogs; diese zählen gemäß Paragraph 26 des Landesgesetzes ebenfalls als „Hit by Pitch“.) Auch Rightfielderin Becky Cottrell und Catcher Anton Baker wurden von Würfen getroffen.
Insgesamt war das Spiel eine solide Mannschaftsleistung. Centerfielder Henry Suarez schlug in der ersten Hälfte einen Homerun, Takahashi erzielte vier Runs und Second Baseman Sam Campisano zwei. Zudem schlug Augustins zwei Singles und glänzte mit einem wichtigen Catch im Outfield; auch Tochatschek gelang ein entscheidender Catch. Bevor er verletzungsbedingt die Rolle des Scorers übernahm, kam David Battefeld (LF) zudem einmal per Walk auf Base und verbuchte zwei Hits.
Die entscheidende Szene des Spiels war eigentlich gar keine Spielaktion im klassischen Sinne. All-Star-Allrounder Baker – dessen erstes Kind in drei Wochen zur Welt kommen sollte – erschien just in dem Moment auf dem Spielfeld, als Vohmann den Siegpunkt (Winning Run) nach Hause brachte. „Niemand hat mit einer solchen Saison gerechnet“, sagte Granowski nach dem Spiel. „Danke, dass ich euer Trainer sein durfte.“ Die Spieler zeigten sich ihrem Kapitän gegenüber dankbar und schwelgten in Erinnerungen an die wunderbare Saison. Takahashi fügte hinzu, dass sich sein Leben in Berlin verändert habe, als er eines Tages am Tempelhofer Feld vorbeigelaufen sei.
Ausblick
Nach dem Spiel heizte Rosemont den Grill an, Jones und Campisano kümmerten sich um die Getränke, und die Mannschaft genoss eine wohlverdiente Feier. Einige der Freundinnen der Spieler zeigten bei einem spontanen Schlagtraining vielversprechendes Talent, und alle tanzten. Es wurde Salsa getanzt. Doch da es sich um die Skylarks handelte, war es eine eher milde Salsa.
Die Skylarks haben in dieser Saison eine enorme Leistung gezeigt; auch wenn sie die Playoffs verpassten, blickt das Team voller Energie auf die vergangene Spielzeit und voller Hoffnung auf die Saison 2027.